Süddeutsche Zeitung, 12.10.2006

München – Äthiopien hat Vorwürfe deutscher Flüchtlingsorganisationen zurückgewiesen, es fördere die Abschiebung von Exil-Oppositionellen in ihre Heimat. Das Land folge nur seiner Verpflichtung, Äthiopier, deren Staatsbürgerschaft es deutschen Behörden bestätigen könne, zurückzunehmen, teilte der äthiopische Botschafter in Berlin, Kassahun Ayele, mit. Eine Abschiebung von Exil-Oppositionellen aus Deutschland werde nicht betrieben. Ayele zufolge sollen Auslands-Äthiopier zudem nur deshalb registriert werden, um mit ihnen leichter in Kontakt treten zu können. Pro Asyl und der bayerische Flüchtlingsrat hatten Äthiopiens Regierung vorgeworfen, Exil-Oppositionelle zu erfassen und ihre Abschiebung zu betreiben. Beide Organisationen blieben bei ihrer Darstellung, die sie auf mutmaßliche Dokumente der äthiopischen Botschaft stützen. Rechtsanwalt Hubert Heinhold von Pro Asyl sagte, seiner Organisation seien bereits mehrere Oppositionelle bekannt, die mit Hilfe äthiopischer Behörden abgeschoben werden sollten.